Die Bauschule baut auf ihre neue Ausrichtung
Oswald von Arx ist neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung. Die Verdienste seiner Vorgängerin Erina Guzzi entwickelt er weiter. Social Media und KI sieht er als riesige Chance, um die Bauberufe noch attraktiver zu machen.
Zuerst lernte er Plattenleger, anschliessend absolvierte er eine Zusatzlehre als Maurer. Nach der technischen Berufsmaturität studierte er Betriebsökonomie. Seit 2010 ist er in leitenden Funktionen an verschiedenen Schulen tätig. Er sieht sich als Impulsgeber und Innovator, nicht als Verwalter. An der Bauschule ist er seit Oktober 2025. Er engagiert sich im Programm «Mentor» der Fachstelle für Freiwilligenarbeit benevol Aargau und ist Leiter in der Eishockey-Schule Argovia Stars. Oswald von Arx ist 49 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Kindern im Alter von neun, sieben sowie vier Jahren und mit seiner Familie in Kölliken wohnhaft.
Oswald von Arx im Interview
Was bereitet Ihnen an Ihrer Tätigkeit gerade am meisten Freude?
Es sind die kleinen Schritte und Entwicklungen, die mich erfreuen, aber auch, dass die Bauschule heute viel sichtbarer und präsenter ist. Wir sehen ein grosses Potenzial darin, uns noch viel mehr mit den Unternehmen und den Berufsleuten in der Baubranche zu vernetzen. Weiter ist es schön, dass die Anzahl der Anmeldungen für unsere Kurse und Lehrgänge wieder stärker nach oben zeigt. Die Attraktivität der Bauberufe hat in den letzten Jahren gelitten. Dieses Image gilt es zu korrigieren. Wir arbeiten kontinuierlich an einem abwechslungsreichen Bildungsangebot, welches auf die Bedürfnisse der Fachkräfte von morgen ausgelegt ist. Die Vereinbarkeit von Beruf, Weiterbildung und Familie soll möglich sein. Deshalb richten wir uns gezielt an der Lebenswelt unserer Studierenden aus.
Und wo liegen die aktuell grössten Herausforderungen?
Sicher darin, mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten. Als Bildungsanbieter hinken wir immer hinterher. Mit unserer neuen Ausrichtung wollen wir aber vorne mitschwimmen und die Leute mitnehmen. Ins Berufsmarketing zu investieren, ist wichtig, damit die Jungen wieder begeistert sind. Die Vorteile und der Nutzen der Bauberufe müssen wieder hervorgehoben werden.
Wie gehen Sie das an?
Wir setzen auf modernen Video-Content, um spannende Projekte von jungen Menschen an der Bauschule zu zeigen. Storytelling ist das Stichwort. Wir wollen die Geschichten der Studierenden sichtbar machen – also der angehenden Bauführerinnen sowie Bauplaner von morgen – und dadurch auch attraktiv für neue Studierende wirken. Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen sollen erkennen, dass sie in Bauberufen eine vielseitige Zukunft haben und sich durch das Erlernen praktischer Tätigkeiten persönlich weiterentwickeln können.
Warten auf die Studierenden auch Neuerungen?
Neu haben wir die Bauschultagung ins Leben gerufen. Mit diesem innovativen Format öffnen wir unser Haus über die Grenzen der Baubranche hinweg. Mit Angeboten, die man so nicht erwartet, wollen wir auf uns aufmerksam machen. Das Bildungsangebot passen wir laufend an. Was hier gelehrt und gelernt wird, ist stark auf die Praxis ausgerichtet. Mit unserem neuen Video-Podcast und pointierten Themen richten wir uns an eine breite Zielgruppe. Hier sehen wir uns mehr als Impulsgeber und Plattform, wodurch wir unsere Marke weiter stärken und unsere Sichtbarkeit weiter vergrössern wollen.
Wie denken Sie über den Fachkräftemangel? In welcher Form macht er sich für die Baubranche – und die Bauschule – bemerkbar?
Es gibt schon zu denken, wenn im Bauhauptgewerbe in der Schweiz aktuell mehrere tausend Leute fehlen. Darum ist es ausserordentlich wichtig, Berufsmarketing zu betreiben, gute Lehrgänge anzubieten, als Marke attraktiv zu sein und die Vorteile sowie vielseitigen Möglichkeiten der Bauberufe aufzuzeigen. Das Ziel «kein Abschluss ohne Anschluss» ist noch nicht erreicht, daran arbeiten wir voller Engagement. Für technisch-handwerkliche Berufe sehe ich jedoch auch grosse Chancen: Stellen wir uns vor, wie in Zukunft durch Robotisierung humanoide Roboter schwere Lasten von A nach B transportieren können, um den Menschen zu entlasten. Das hätte man sich früher gewünscht, heute ist es (bald) möglich.
Welche Ziele verfolgt die Bauschule in Zukunft?
Wir verzahnen uns noch stärker mit den Unternehmen in der Baubranche, erweitern unser Bildungsangebot laufend marktgerecht und bleiben innovativ.
Hat die Bauschule aktuell Vakanzen?
Glücklicherweise dürfen wir uns über eine kleine Fluktuation freuen. Aktuell suchen wir Spezialisten im Bereich Verkehrswegbau und in der Buchhaltung. Unternehmen bieten wir neu auch eine Stellenplattform. Wir suchen Partnerschaften. Man darf sich gerne bei uns melden.
Was macht für Sie ein «Macherbetrieb» aus?
Er ist aktiv, unternimmt, schaut nach vorne und zeigt auf moderne Art und Weise, was er kann.
Ihre Meinung zu Lezgo?
Das Lezgo-Magazin ist eine wichtige Plattform fürs regionale Gewerbe. Ich gehe sogar so weit, zu sagen, dass es zum Kulturerhalt in unserer Region beiträgt. Lezgo verbreitet den Unternehmensgeist und porträtiert Macherbetriebe persönlich und nahbar.
Herzlichen Dank für das inspirierende Interview.
Schweizerische Bauschule AG
Suhrenmattstrasse 48
5035 Unterentfelden
062 737 90 20
info@bauschule.ch
bauschule.ch
In der 7. Ausgabe porträtierte Lezgo die Bauschule unter dem Titel «Karriere-Aufbau nach der Berufslehre mit der Bauschule» (Lezgo-Magazin, 7. Ausgabe, Dezember 2024, Seiten 10 bis 13). Zum Beitrag.
Bauschultagung «Führung über Grenzen hinaus» am 10. Juni 2026
Wenn ein Astronaut und ein Nationaltrainer zeigen, was möglich ist: Erleben Sie Patrick Fischer, Headcoach der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, Konrad Weber, Strategieberater und Foresight-Experte, Claudie Nicollier, ESA-Astronaut, Astrophysiker und ehemaliger Militärpilot sowie Heinz Brügger, Architekt, in der Bärenmatte Suhr. Hier geht’s zur Anmeldung.